Hat eine Werkstatt Schuld am Motorschaden durch Ölverlust und muss sie dafür haften?

Wird bei regelmäßiger Ölstandkontrolle ein extrem hoher Ölverbrauch festgestellt, sollte nicht mehr unnötig gefahren werden und schnellstmöglich eine Werkstatt aufgesucht werden. Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen. Der Auftrag könnten lauten „Fehler für zu hohen Ölverbrauch finden“.

Jeder Motor nimmt großen Schaden bei zu geringer Motorölmenge, Ölmangel kann zum Totalschaden des Motors führen.

Welche Defekte führen zum Ölverlust?

Handelt es sich um einen Ölwechsel und die Werkstatt bzw. der Mechaniker vergisst Öl aufzufüllen, würde der Motor nach kürzester Zeit einen Defekt haben. Allerdings zeigt die Ölkontrolllampe mit dem Start des Motors sofort an, das zu wenig Öl im Motor ist, nicht ohne Grund ist die Lampe rot.

Hat eine Werkstatt Schuld am Motorschaden

Auch die Motorkontrolllampe würde einen Fehler anzeigen. Jeder Mechaniker müsste (würde?)in diesem Fall den Motor abstellen und den Ölstand kontrollieren, sowie das fehlende Öl nachfüllen. Würde im Falle des Aufleuchten der roten Lampe eine Probefahrt durchgeführt werden und der Motor Schaden neben, müsste die Werkstatt haften (müsste), man muss es nur (müsste) als Fahrzeugbesitzer beweisen können.

Das könnte zum Problem werden, die Werkstatt könnte behaupten, dass bei Beginn der Probefahrt keine Kontrolllampme leuchtete und der Motorschaden mit einem Mal auftrat. Dann steht die Frage: Wo ist das Öl hin und wer hat Schuld?

Sonstige Dichtungen

Ölverlust der sichtbar ist, stellt man in den meisten Fällen fest, dass sich nach dem Abstellen zum Beispiel über Nacht, sich ein Ölfleck unter dem Fahrzeug befindet. Durchschnittlich befinden sich erst kleine Flecke unter dem Fahrzeug und werden mit der Zeit immer größer. Um größeren Schäden vorzubeugen, sollte schon mit dem Auftreten der ersten Flecken eine Werkstatt aufgesucht werden. Weitere Informationen über Ölverlust findet man bei Meine-Auto-Tipps.de in der Kategorie „Werkstatt und Reparatur“.

Kopfdichtung defekt

Durch eine defekte Kopfdichtung kann es auch zu einem hohem Ölverbrauch kommen. Je nachdem wo die Kopfdichtung den Defekt hat, verschwindet das Öl. Das Öl kann in den Verbrennungsraum gelangen, das sieht man an den Abgasen bzw. riecht man, das Öl gelangt in den Wasserkreislauf, was zur Folge hat, dass der Füllstand im Kühlwasserausgleichsbehälter steigt und die Kühlflüssigkeit dunkel bis schwarz wird.

Ist ein Defekt in Richtung Außenbereich des Motors vorhanden, läuft das Öl auf den Motor und seine Bauteile, es entstehen sichtbare Ölstellen. Läuft es auf Bauteile der Abgasanlage sowie Motorbauteile die sehr heiß werden verdampft es und es kommt zu unangenehmen Gerüchen, die oft in die Heizungs- bzw. Lüftungsanlage in den Fahrgastraum gelangen und je stärker die Lüfterstufe, desto intensiver der Geruch.

Auf Meine-Auto-Tipps.de findet man in der Kategorie „Werkstatt und Reparatur“ mehrere Beiträge über Ölverlust am Auto sowie über defekte Kopfdichtung.

Der Auftrag an die Werkstatt

Als Nichtfachmann wird das Auto bei Ölverlust in die Werkstatt gebracht und diese will einen Auftrag, was repariert oder kontrolliert werden soll. Das Problem für den Nichtfachmann ist, wie soll er ohne das nötige Fachwissen einen Auftrag erteilen, ohne zu wissen, wo das Motoröl bleibt.

Der Fahrzeugbesitzer möchte einen Kostenvoranschlag über die Fehlerbehebung und das ist das nächste Problem. Ist ein Ölabstreifring defekt, ist das Problem größer und hohe Kosten entstehen. Das Problem ist schon die Suche nach dem defekten Ölabstreifring, um mit absoluter Sicherheit den Mangel feststellen zu können, muss der halbe Motor demontiert werden.

Wenn es keine Ersatzteile mehr gibt oder ein neuer Motor zu teuer ist, was tun?

Der Handel bietet Austauschmotoren an, es sind keine neuen Motoren, sie sind generalüberholt und preiswerter als neue Motoren. Einen gebrauchten Motor findet man bei einer Autoverwertung bzw. Gebrauchtteilehändler. Seriöse Teilehändler bieten geprüft Motoren an, diese Motoren sind sehr preiswert.

Tritt der Ölverlust durch defekte Ersatzteile auf und diese sind nicht mehr als Originalteile erhältlich kann man auf andere Teilehersteller zurückgreifen. Eine Werkstatt mit guten Service findet in den meisten Fällen einen Weg ,ein Ersatzteil aufzutreiben. Ist kein neues Ersatzteil zu finden, ist die Alternative der Gebrauchtteilehändler.

Was kann man tun bei einem Motorschaden nach dem Werkstattbesuch?

Hat die Werkstatt den Mangel beseitigt, muss sie für die ausgeführte Arbeit Gewährleistung übernehmen, nur für diese Arbeit zum Beispiel Ventildeckeldichtung. Ist weiterhin ein zu hoher Ölverbrauch zu verzeichnen bedeutet dies, dass ein weiteres Teil defekt ist, für diesen Schaden dürfte die Werkstatt nicht haften, die Fehlersuche muss in diesen Fall weitergehen.

Aufgrund der Komplexheit eines Motors ist es sehr schwer gerade bei zu hohem Ölverbrauch alle Fehler mit einem Mal zu finden. Bei älteren Motoren zeigen alle Bauteile hohe Verschleißerscheinungen. Eine Vielzahl von Kunden geht davon aus, dass nach einer Motorreparatur der Motor wie neu ist, ein Irrtum.

Eben war es die Ventildeckeldichtung und Morgen leckt die Ölwannendichtung, stellt sich die Frage, muss die Werkstatt für einen späteren Schaden haften, dass kann eine Werkstatt nicht, da sie nur den festgestellten Mangel, die Ventildeckeldichtung behoben hat.

Eine Ölwannendichtung im Vorfeld zu kontrollieren ist zwar möglich aber keine Garantie, dass diese am nächsten Tag kaputtgeht. Entsteht nach dem Werkstattbesuch ein Motorschaden, hat es in den meisten Fällen wenig Sinn zur Werkstatt zu gehen und zu reklamieren, besser schriftlich verfahren und sich von einem Anwalt beraten zu lassen.

Ein Sachverständiger sollte ein Gutachten erstellen, woran die Ursache des Motorschadens lag. Dieses Gutachten sagt dann aus, ob es an der Reparatur lag oder ein anderer Schaden die Ursache war. Liegt der Schaden an der Reparatur, müsste die Werkstatt für den Schaden aufkommen, macht sie dies nicht, muss ein Rechtsanwalt tätig werden, dieser leitet weitere Schritte ein. Letztendlich könnte alles in allem zu einem Rechtsstreit kommen, dann entscheidet ein Gericht.

Tipp

  1. Die Auftragserteilung schriftlich festhalten.
  2. Die Fehlerdiagnose durch die Werkstatt ebenfalls schriftlich bestätigen lassen.
  3. Keine mündlichen Aufträge und Absprachen treffen.
  4. Erfolgen mündliche Absprachen mit der Werkstatt, Notizen über den Sachverhalt machen, Datum, Uhrzeit und Gesprächspartner vermerken.

Es ist vorteilhaft, mehrere Werkstätten aufzusuchen und eine Fehlersuche durchführen lassen bzw. Kostenvoranschläge einzuholen. Die Werkstatt mit dem Markenzeichen und der glänzenden Reparaturannahme muss nicht unbedingt besser sein, als die no name Werkstatt um die Ecke, auch wenn diese keine glänzende Reparaturannahme hat.

Vorsicht ist geboten, wenn sich bei der Fehlersuche nur auf den Fehlerspeicher und dem Diagnosegerät verlassen wird. Ein Diagnosegerät kann feststellen, das Öl fehlt, aber eine defekte Dichtung findet das Gerät nicht. Bei zu hohen Ölverbrauch ist eine gründliche Sichtkontrolle nötig, wenn erforderlich, mit einfachen technischen Kontrollgeräten oder Werkzeug.

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