Ölverbrauch sehr hoch, Kopfdichtung defekt?

Eine Antwort von Meine-Auto-Tipps.de auf die Frage einer Leserin und die Aussage ihrer Werkstatt, mit einem nachgefüllten Liter Motorenöl noch 1000 km weiterzufahren, um festzustellen, ob es sich um eine defekte Kopfdichtung handelt.

Auf keinen Fall sollte das Auto weiter gefahren werden, der Ölverlust von 2 Liter innerhalb einer Woche, ist aussagekräftig genug, dass es sich um einen Defekt am Motor handelt. Ein Motorschaden ist schon vorhanden, der Motor ging aus, zieht seit längeren nicht mehr, Motor rüttelt beim Beschleunigen, das Fahrzeug stank nach Öl und der Bordcomputer zeigt einen Motorfehler an. Wird das Fahrzeug noch weiter gefahren, kann der schon vorhandene Schaden am Motor zum Totalschaden am Motor führen.

Nicht noch einmal 1000 km fahren

Da der Motor in einer Woche ca. 2 Liter verbraucht, kommt er mit dem einen Liter nachgefülltem Öl nicht weit. Wird der Ölverlust nicht korrigiert, führt dies unwiderruflich zum totalen Motorschaden, der Motor ohne genügend Schmierung läuft fest. Ohne genügend Schmierung können die verschiedensten Schäden im Motor auftreten wie:

  • die Kolbenringe fressen sich in der Laufbuchse fest (in dieser bewegt sich der Kolben), der Motor bleibt stehen.
  • die Kolbenringe können brechen, die Metallteile zerstören die Laufbuchse, gelangen in den Verbrennungsraum und können die Ventile zerstören.
  • hat das Fahrzeug einen Turbolader, können die Schaufeln zerstört werden oder der Turbolader bleibt stehen, die Kolbenringteile verklemmen den Lader.
  • Kolben- oder Kurbelwellenlager können festlaufen oder brechen, was ebenfalls zu einer Zerstörung des Motors führt,

Um nur einige Schäden zu nennen. Bei all diesen Schäden muss entweder der Zylinderkopf oder der gesamte Motor ausgetauscht werden, da reichen dann keine 1000 € mehr aus, um die Reparaturkosten zu decken.

Es gibt zwei Möglichkeiten, was die Werkstatt betrifft

  1. Der Mechaniker hat keine Ahnung wie man einen Defekt an der Kopfdichtung feststellen kann?Hoher Ölverbrauch Kopfdichtung Dies ist eigentlich einfach, Zündkerzen herausschrauben jeden Zylinder mit entsprechenden Druckprüfgerät testen. Messgerät auf die Bohrung für die Zündkerzen drücken, Motor kurz durchdrehen lassen, das Messgerät zeigt den entsprechenden Werte an. Der Mechaniker hätte alle Möglichkeiten prüfen können wie sie bei Meine-Auto-Tipps.de unter „Wie erkennt man eine defekte Zylinderkopfdichtung?“ aufgeführt sind. Der Mechaniker macht die Fehlersuche vom Bordcomputer bzw. externen Diagnosegerät abhängig, allerdings befindet sich an keinem Motor an jedem Zylinder ein Druckprüfgerät, welches den Fehler an den Bordcomputer meldet, mir ist kein Fahrzeugtyp bekannt, an denen sich solche Messeinrichtung befindet.
  2. Die Werkstatt geht davon aus, dass der Motor einen Totalschaden bekommt, schließlich ist er mit zu wenig Motoröl bewegt wurden, ein lukratives Geschäft für die Werkstatt. Der Motor zählt zu den Verschleißteilen, damit ist die Garantieleistung auf bewegte Teile begrenzt und er wurde vom Fahrzeughalter mit zu wenig Öl gefahren, die Schuld liegt am Fahrzeughalter. Die Aussage, den Motor noch 1000 km mit nur einem nachgefüllten Liter Öl zu fahren, wird die Werkstatt nicht getätigt haben und der Halter ist in der Beweispflicht, kann er aber nicht. Man sollte sich die Aussage noch 1000 km mit einem Liter nachgefülltem Öl zu fahren schriftlich geben lassen und das der Motor dadurch keinen Schaden nimmt, die Werkstatt wird diese Aussage niemals schriftlich ausführen, was der Beweis dafür ist, dass die Werkstatt bewusst davon ausgeht, dass es zu einem größeren Motorschaden kommen kann.

Wie sollte man weiter verfahren?

In eine andere Werkstatt fahren und eine Fehlersuche durchführen lassen. Beginnt der Mechaniker die Suche mit dem Diagnosegerät und dem Auslesen des Fehlerspeichers kommt man vom Regen in Traufe, besser eine andere Werkstatt aufsuchen. Bei Verdacht auf eine defekte Zylinderkopfdichtung wird ein absoluter Fachmann immer erst den Deckel für das Nachfüllen fürs Motorenöl abschrauben und das anhaftenden Öl auf Wasseranhaftungen prüfen.

Danach den Ölmessstab entnehmen und diesen ebenfalls begutachten. Weiter wird er den Kühlwasserbehälter öffnen und prüfen, ob sich im Kühlwasser Öl befindet. Durch die Diagnose einer anderen Werkstatt ist die Garantieleistung nicht gefährdet. Wenn sich die Werkstatt aus der der Wagen stammt quer stellt, um den Mangel auf Garantie zu beheben, nicht diskutieren einen Rechtsanwalt aufsuchen.

Es gibt keine andere Möglichkeit, auf keinen Fall auf Diskussionen mit der Werkstatt einlassen, diese wird auf Zeit spielen. Angst vor den Kosten beim Anwalt muss man nicht haben, bei zu wenig Einkommen oder Eigenkapital kann man Prozesskostenhilfe beantragen, diese übernimmt alle Kosten, der Anwalt kann die nötigen Informationen geben.

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