Autonomes Fahren: Chancen und Risiken im Überblick

Die Welt wird immer digitaler und mir ihr ebenfalls der Straßenverkehr. So gehören teilautomatisierte Assistenzsysteme schon heute zum Standard in vielen Fahrzeugen. Allerdings stellt dies erst den Anfang der Revolution im Straßenverkehr dar, an deren Spitze das autonome Fahren steht. Doch was bedeutet das eigentlich genau und was sind die Chancen bzw. Risiken?

Was genau heißt eigentlich autonomes Fahren?

Wer sich auf aktuellen Automobil-Messen aufhält, wird bei fast allen Ausstellern auf den Begriff des zumindest teilautonomen Fahrens treffen, wobei diese System eher für Taxi-Dienstleister interessant sind. Im Wesentlichen sind damit Fahrzeuge gemeint, die sich mit der Hilfe von Computersystemen mehr oder weniger autonom im Straßenverkehr bewegen können.

autonomes Fahren

Möglich macht dies das Zusammenspiel von zahlreichen Sensoren und Aktoren, die über intelligente Software, GPS und Internet miteinander agieren. Mit den Sensoren sammeln die Systeme dabei in Echtzeit Daten über ihre Umgebung und geben diese an die integrierten Steuergeräte weiter. Auf der Basis dieser Daten trifft das System selbstständig Entscheidungen bezüglich notwendiger Fahrmanöver und gibt die entsprechenden Befehle an Aktoren wie Stellmotoren weiter. Die Entwicklung solcher Fahrzeuge läuft dabei über bestimmte Autonomiestufen ab. So führt der Weg über verschiedene Stufen der Teilautomatisierung bis hin zur Hoch- und Vollautomatisierung.

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus autonomen Fahrzeugen?

Ein wesentliches Argument für die Einführung von autonomen Fahrzeugen ist die Verbesserung der Sicherheit. So werden die meisten Unfälle durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Mit der Hilfe von vollautomatisierten Fahrzeugen ließe sich dieser Risikofaktor im Idealfall sogar komplett ausschalten. Allerdings zeigten Feld- und Praxisversuche in den USA, dass auch computergesteuerte Fahrzeuge aktuell nicht frei von Fehlern sind und somit tödliche Unfälle verursachen können. Manche Experten gehen davon aus, dass durch die Einführung von autonomen Fahrzeugen der Verkehrsfluss massiv profitieren würde. Andere davon sind überzeugt, dass der Verkehr dadurch zusätzlich ins Stocken gerät. Ähnlich wie in einer Ameisenstraße könnte ein vollständig automatisierter Verkehr ein flüssiges Vorankommen bei ungewöhnlich hoher Fahrzeugdichte ermöglichen. Ein Problem in Bezug auf das autonome Fahren ist jedoch die Datensicherheit sowie die rechtliche Gesetzlage.

Was für Hürde müssen in Zukunft überwunden werden?

Wie aktuelle Fälle zum Thema virtueller Betrug wie z.B. beim Online-Banking oder dem Diebstahl von Facebook-Profildaten im Internet zeigen, ist die Cyberkriminalität schon heute ein ernsthaftes Problem. Da autonome Fahrzeuge über digitale Schnittstellen verfügen, stellen diese für Hacker potenzielle Ziele dar. So konnten Sicherheitsexperten in der Vergangenheit zeigen, dass es für Angreifer sehr leicht möglich ist, über mehrere Kilometer hinweg vollständigen Zugriff auf fremde Fahrzeuge zu erlangen.

autonomes Fahren Autobahn

Hier müssen die Hersteller unbedingt eine Lösung finden, um Szenarien dieser Art zu verhindern. Neben der Sicherheitsproblematik müssen auch die Gesetzgeber klare Rahmenbedingungen für die Implementierung von autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr schaffen. So ist unter anderem die Frage der Schuldzuweisung bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen eindeutig zu klären.

Wie sieht der aktuelle Stand der Technik aus?

Rein technisch betrachtet ist die Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens bereits sehr weit fortgeschritten. So stehen bereits heute Systeme zur Verfügung, mit deren Hilfe sich hochautomatisierte Fahrzeuge grundsätzlich realisieren lassen. Was die praktische Umsetzung betrifft, befindet sich die Entwicklung allerdings noch in einer Übergangsstufe zwischen der zweiten und dritten Autonomiestufe.

Autofahren autonom

Auch die Akzeptanz der Verbraucher ist hier noch weit entfernt. Während Assistenzsysteme vielerorts bereits zum Alltag gehören, sind selbstfahrende Fahrzeuge nach wie vor eine absolute Rarität im Straßenverkehr. Hinzu kommt, dass nicht alle Hersteller von der Vision des autonomen Fahrens überzeugt sind. Hersteller wie z.B. Porsche, BMW, Audi wollen weiterhin auf Fahrspaß durch selber fahren setzen und eher auf verbesserte Assistenzsystem und autonomes Fahren als Option setzen. Andere möchten das autonome Fahren vor allem im öffentlichen Personennahverkehr realisieren.

Das Fazit:

Zwar ist das autonome Fahren schon heute weit entwickelt, aber wie so oft im Leben macht der Unterschied zwischen Theorie und Praxis einer vorschnellen Umsetzung jedoch einen Strich durch die Rechnung. So wird es laut ADAC noch einige Jahrzehnte dauern, bis autonome Fahrzeuge ein fester Begleiter des Alltags sein werden.

Hinweis: Hierbei handelt es sich um einen Artikel von Fritz Meier.

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